Veikko Bartel: “Mörder”

Veikko Bartel: “Mörder” wurde mir kostenlos von Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Was macht einen Mann zum Mörder?

Veikko Bartel“Mörder”

Titel: “Mörder”
Autor: Veikko Bartel
Verlag: Mosaik (erschienen: 04. August 2019)
Hardcover: 256 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-442-39348-0
Preis: 18,00 €
Bestellbar: hier

Klappentext: Wer in gut 40 Tötungsfällen vor Gericht verteidigt hat, weiß, was Männer dazu bringt, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. In seinem zweiten Buch »Mörder« zeigt Strafverteidiger Veikko Bartel die männliche Seite des Tötens und schildert die sechs spektakulärsten Fälle. Er erzählt mitreißend von den Hintergründen, den seelischen Untiefen und den biographischen Tragödien, die sich hinter den Taten verbergen. Einmal mehr stellt der Autor die Frage nach Gerechtigkeit und beweist mit jeder Geschichte: Kein Krimi ist so spannend wie die Realität.

Autor: Veikko Bartel, geboren 1966 in Karl-Marx-Stadt (DDR), studierte nach der Wiedervereinigung Jura und arbeitete von 1996 bis 2011 als Rechtsanwalt in Potsdam, ab 1998 als Strafverteidiger. Heute ist er Dozent für Steuerrecht. Er lebt mit seiner Familie in Potsdam.

Ich habe gelesen: Nachdem ich “Mörderinnen” von Veikko Bartel gelesen habe, stand für mich fest, dass ich mir auch seinen weiteren Band “Mörder” zu Gemüte führen werde. Fragt man mich, welches Buch ich interessanter fand, fällt meine Entscheidung auf die weibliche Variante des Mordens. Entscheidung – ein Wort, was so einfach geschrieben wird, aber ebenfalls ein Wort, was so schwer wiegt.

Ein Mörder entscheidet über ein Menschenleben. Er löscht es einfach aus. Ein Richter entscheidet über den Mörder. Er urteilt über die Wichtigkeit oder auch Nichtigkeit des Motivs. Den Grundstein hierfür legt allerdings der Strafverteidiger, der die Entscheidung trifft, sich diesem Fall anzunehmen. Der Strafverteidiger Veikko Bartel zeigt uns mit seinen Werken aber auch auf, dass von unserer Seite viel zu schnell ein Urteil gefällt wird, denn wir entscheiden über die Arbeit des Strafverteidigers zu richten. Warum verteidigt er den Mörder?

Entscheiden bzw. urteilen wir da nicht zu subjektiv? Er entscheidet nicht darüber, ob der Mörder schuldig oder nicht schuldig ist, sondern übt seine Arbeit gewissenhaft aus. Dass die Entscheidung zwischen dem Richtig und dem Falsch für alle Beteiligten nicht immer einfach ist, vermittelt uns der Autor sowohl in “Mörderinnen”, als auch in “Mörder”.

Wie bereits in seinem ersten Buch schildert Veikko Bartel hier Auszüge aus diversen Mordfällen, die er vor Gericht zu verteidigen wusste. Auch dieses Mal verharmlost er die Taten in seinen Schilderungen nicht, bleibt aber erneut sachlich und neutral. Zudem möchte er dem Leser nochmals aufzeigen, dass seine Arbeit ihn nicht zum Mittäter macht.

In der Form von Kurzgeschichten beschreibt der Autor sechs Mordfälle, die er vor Gericht verteidigt hat. Seine Schreibweise ist authentisch und vor allem flüssig. Obwohl er von den Hintergründen schreibt, über die Beweggründe des Mörders, über das was den ausschlaggebenden Moment für solch eine Tat betrifft, kann ich und möchte ich es nicht verstehen. Muss ich aber auch nicht und bin mit meinem Unverständnis nicht alleine.

Sehr interessant fand ich dieses Mal das Ende, denn es ließ einige Fragezeichen zurück. Wäre ich in einem Debattierclub, könnte ich wahrscheinlich stundenlang darüber sinnieren. Jeder einzelne Fall, den der Autor schildert, ist zwar in sich abgeschlossen, doch zeigt er uns am Schluss noch eine Unterhaltung im Online-Chat, die er mit einem Anwalt der Gegenseite führte. Wie immer werde ich nicht spoilern, sondern nur meine Meinung dazu äußern. So interpretiere ich das Ende wie ein Schlussplädoyer an und über sich selbst gerichtet.

Fazit: Anfangs hatte ich bereits erwähnt, dass ich die weibliche Form des Mordens spannender fand, was wahrscheinlich auch der Kreativität und der Denkweise unseres Geschlechts zuzuschreiben wäre. Frauen sind hinterlistig und intrigant, was sich auch in solchen Taten widerspiegelt. Dafür sind Männer aber grausamer und brutaler in ihrem Tun. Empfehlen kann ich beide Bücher, doch liegt die Entscheidung in diesem Fall bei euch.

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