Julia Corbin: “Nadelherz”

Julia Corbin“Nadelherz” wurde mir kostenlos von Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Schenk mir dein Herz, damit ich dich töten kann.

Julia Corbin: “Nadelherz”

Titel: „Nadelherz“
Autor: Julia Corbin
Verlag: Diana (erschienen: 10. Juni 2019)
Klappenbroschur: 384 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-453-35988-8
Preis: 9,99 €
Bestellbar: hier

Klappentext: Bei einer Wanderung verschwinden zwei junge Frauen spurlos. Erst ein Jahr später wird Tessa aus den Fängen ihres Entführers befreit, der bei der Rettungsaktion stirbt. Für die Freundin kommt jede Hilfe zu spät. Als Tessa ein mit Nadeln gespicktes menschliches Herz per Post erhält, ahnt sie, dass der Albtraum noch nicht vorbei ist. Hat ihr Peiniger einen Nachfolger bestimmt? Doch sie will kein Opfer mehr sein und bringt sich damit erneut in höchste Gefahr …

Autorin: Julia Corbin, geboren 1980, studierte Biologie in Heidelberg. Die Arbeit als Biologin inspiriert sie zu ihren Thrillern um das erfolgreiche Ermittlerteam Hall & Hellstern. Ihre Leidenschaft für Nervenkitzel lebt die Autorin nicht nur in ihren Büchern, sondern auch bei Sportarten wie Kite- und Windsurfen oder Extrem-Hindernisläufen aus. Sie wohnt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn und gibt Kurse in Kreativem Schreiben.

Ich habe gelesen: “Nadelherz” ist bereits der 3. Band aus der Hall & Hellstern Reihe, allerdings das erste Buch, welches ich von Julia Corbin gelesen habe. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man die Bücher durchaus ungebunden voneinander in die Hand nehmen. Gerade was den aktuellen Fall von Alexis Hall betrifft, wird aber oftmals ihre Vergangenheit erwähnt und diesbezüglich täte man sich wiederum gut darin, doch anfangs in “Die Bestimmung des Bösen” zu schmökern.

Der Kriminalbeamtin Alexis Hall wird ein neuer Fall zugeteilt, wobei einer jungen Frau ein Päckchen übermittelt wurde, worin sich ein mit Nadeln gespicktes menschliches Herz befand. So muss sich Alexis nicht nur die Frage stellen, wer so etwas Schreckliches macht, sondern warum gerade Tessa Maerten die Empfängerin ist. Als ob Tessa nicht schon Schlimmes erlebte, als sie über ein Jahr lang im Käfig gefangen gehalten wurde und nun scheint es wieder so, als würde jemand auf sie abzielen. Der Entführer und Peiniger von damals war tot und ist somit als der aktuelle Täter auszuschließen. Wer aber könnte es nun erneut auf Tessa abgesehen haben?

Kurz nach dem Erhalt des Herzens fand man auch die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau. Nicht nur, dass sie Tessa sehr ähnlich sieht, was ohnehin schon weitere Fragen aufwirft, sondern leuchtet das Opfer auch noch. Das ist wirklich seltsam und schnell wird auch die Kriminalbiologin Karen Hellstern diesem Mordfall hinzugerufen. Hierbei glänzt natürlich auch die Autorin mit ihrem Fachwissen, welches sie während ihres Biologie-Studiums erlangte. Ich bin dennoch froh, dass Julia Corbin nicht nur die Forensik fokussierte.

Durch diverse Handlungsstränge erhält der Leser natürlich einen Einblick in die laufenden Ermittlungen, aber durch den Rückblick von Tessa erfahren wir unter anderem auch einiges über die Zeit, in der sie von einem vermeintlich Irren gefangen gehalten wurde. Tessa bekommt weitere menschliche Herzen zugeschickt und auch die auf barbarische Weise ermordeten Frauenleichen finden sich ein. Alle Opfer hatten aber auf irgendeine Art und Weise mit Tessa zu tun, hauptsächlich jedoch im negativen Sinne und schnell gerät sogar Tessa selbst unter Tatverdacht.

Schon bei der ersten Befragung wirkt sie recht kühl und abgeklärt, auch auf vorübergehenden Personenschutz möchte sie verzichten. Ist sie tatsächlich so taff? Möchte sie einfach nicht mehr das Opfer sein? Oder hat sie schlichtweg etwas zu verbergen. Ehrlich gesagt, dachte auch ich kurzzeitig, dass sie vielleicht so die damalige Entführung und Peinigung verarbeitet. Auch einen Trittbrettfahrer ihres Entführers vermutete ich zwischendurch. Umso mehr war ich vom Ende überrascht, denn das war zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar, dafür oder gerade deshalb aber absolut spektakulär.

Die Autorin schreibt sehr flüssig, mir jedoch teilweise zu detailliert. Manches hätte man eventuell ein wenig abkürzen können. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch. Durch ihr Studium bringt Julia Corbin natürlich entsprechende Fachkenntnisse mit, an denen sie sich aber nicht für die komplette Story bediente. Vielmehr lesen wir in “Nadelherz” allgemein über die Polizeiermittlungen und auch über Tessa ihre Zeit im Käfig, wo sie sehr viel über sich ergehen lassen musste.

Fazit: Wenn ich gerade kein neues Buch zum Lesen habe, greife ich auch gerne mal zu einem bereits gelesenen Exemplar. An einigen Büchern erkenne ich bereits am Titel, um was es sich in der Story dreht. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei diesen Werken um meine persönlichen Favoriten. Bei anderen Büchern muss ich mir erst den Klappentext durchlesen, bis der “Ah, das ist also das Buch”-Effekt einsetzt. Dazu zähle ich auch “Nadelherz”. Beim Lesen genoss ich eine dauerhafte Spannung, aber mir fehlt hier irgendwie das gewisse Etwas, das i-Tüpfelchen. Dennoch gebe ich dem Buch uneingeschränkte Leseempfehlung.

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