Ich bin eine Bloggerin

So einfach zu schreiben und dennoch oft schwer, es auszusprechen. Warum eigentlich? In unserer ländlichen Gegend ist der Begriff “Blogger/in” immer noch nicht so richtig verbreitet. Ganz ehrlich gibt es sogar Menschen, die mich immer wieder danach fragen, was ich da eigentlich mache. “Das habe ich dir doch gefühlte hundertmal erklärt”, so meine Gedanken. In meinem Bekanntenkreis setzt man sich mit diesem Thema kaum auseinander und so werden es einige von ihnen auch nie wirklich begreifen. Letztendlich ist es egal. Hauptsache ich weiß, was ich da verübe.

Sehe ich mich als Bloggerin? Diese Frage stellt sich mir fast nie. Doch wenn ich mit anderen über dieses Thema rede, kommt es mir oft nicht so leicht über die Lippen. Fakt ist, dass es “nur” mein Hobby ist und auch bleibt. Allerdings nimmt diese Leidenschaft oftmals viel Zeit in Anspruch. Nicht immer wollen mir die richtigen Worte einfallen und so benötige ich manchmal stunden- oder auch tagelang für einen Beitrag, der sich dann innerhalb von zwei Minuten liest. Umso mehr ärgert es mich dann, wenn ich Beiträge lese, die innerhalb von zehn Minuten einfach lieblos dahin geschrieben wurden.

Werbung wegen Produktplatzierung

Ich stelle nicht einfach Behauptungen auf, denn es gibt sogenannte Blogger, bei denen ich weiß, dass dem so ist. Beiträge mit unzureichendem Vokabular? Portale, bei denen man Bücher zu Rezensionszwecken bezieht, verpflichten zu einer bestimmten Wortanzahl. Damit gemeint sind natürlich die eigenen Worte, nicht etwa der Klappentext, oder eine Produktinformation mal eben kopiert aus dem Internet. Diese Handhabung befürworte ich. Vielleicht sieht die eine oder andere Person dann, dass es doch nicht das richtige Hobby für sie ist. Das Hauptaugenmerk bei diesem “Zeitvertreib” sollte nicht darauf liegen, etwas zu haben, was meine Bekannten haben. Man sollte sich schon insgesamt auf das Bloggen konzentrieren.

Noch schlimmer finde ich es aber, wenn die wenigen selbstverfassten Sätze später mit nicht eigenen Worten aufgearbeitet werden. Wenn man Informationen woanders her bezieht, Worte oder gar ganze Sätze klaut, dann gehört da eine Textquelle hinzu. Wenn jemand anderes meine Texte verfasst, gehört Der- oder Diejenige als Autor benannt. Alles andere ist Betrug. Sicher gefällt auch nicht jedem, was ich schreibe. Dessen bin ich mir ziemlich bewusst. Dennoch versuche ich, meine Berichte so “leseleicht” wie möglich zu gestalten. Und wisst ihr was? Meine Texte zu Büchern und Produkten entspringen meinen eigenen Gedanken. Natürlich können sich gelegentlich auch Rechtschreibefehler einschleichen. Wer ist schließlich davor gefeit?

Schaut mal, da spiegelt sich ein Herz im Wasser ♥

Social Media macht es möglich… und tatsächlich gibt es noch Firmen, denen die Texte nicht ganz so wichtig erscheinen. Eine selbsternannte Influencerin (so habe ich mich bisher noch nie bezeichnet) hat zum Beispiel innerhalb von ein paar Monaten eine Followeranzahl von 950 erreicht. Klingt doch recht gut, finde ich. Doch wie viele von denen, die einem auf Instagram folgen, klicken letztendlich auch wirklich auf die dazugehörige Website? Auf die Seite, wo ein Fünfzeiler-Beitrag verfasst wurde – ein Fünfzeiler bei dem der letzte Satz immer wie folgt lautet: “Kann ich weiterempfehlen”. Zudem liiiieeeebt diese Person alle von ihr getesteten Produkte. Echt jetzt? Kann man wirklich jedes Produkt weiterempfehlen? Liebt man wirklich jedes Fabrikat? Keine Kritik? Nichts auszusetzen? Wow, so eine genügsame und zufriedene Person trifft man höchst selten. Für die Firmen mag es ein Träumchen sein. Doch wie sieht es mit dem Vertrauen des Endverbrauchers aus?

Werbung wegen Produktplatzierung

Nach meinem Umzug bedarf es auch an neuen Möbeln. Wenn ich mir also Berichte über diverse Online-Shops durchlese, bei denen ich eventuell letztendlich fündig werden könnte, dann interessiert mich nur bedingt, ob das Regal leicht anzubringen ist. Gehalten wird es ohnehin von einem Dübel und einer Schraube, je nach Beschaffenheit der Wand. Für mich ist wichtig zu erfahren, wie der Online-Shop gegliedert ist, was dort erhältlich ist, der Bestellprozess, die Lieferung. Darauf sollte ein Verfasser eines Beitrags eingehen.

Ihr könnt mich jetzt steinigen, aber mit meiner Meinung halte ich nun mal nicht hinterm Berg. Außerdem liegt es mir fern, jemanden damit persönlich angreifen zu wollen. Ich finde einfach, dass Blogs, die zu Werbezwecken dienen, kostenpflichtig werden sollten.

Lasst es euch nicht zu wichtig werden, einer Community der Marke XYZ beitreten zu dürfen, nur weil ihr einer Bekannten diesen Alleingang nicht gönnt. Konzentriert euch auf das Schreiben an sich. Findet den Spaß daran, über alles zu berichten, was euch begeistert, aber habt keine Scheu davor, auch mal Kritik zu äußern. Zum guten Schluss das Wichtigste: Verwendet eure eigene Wortwahl!!!

Ich bin eine Bloggerin. Du auch?

2 Gedanken zu „Ich bin eine Bloggerin

  1. Dajana

    Huhu!
    Du hast ja sooo Recht !
    Mich hatte das auch immer verärgert , auch dieses immer Ja sagen zu Produkten , also alles ist schick , vor allem verträglich .
    Geht doch gar nicht ? Naja , die Probleme habe ich mit stillgelegten Blog nicht , aber ich darf mich auf Insta ja weiter ärgern – wenn ich möchte 🙂
    liebe grüße dajana

    Antworten
    1. BeautyPeaches Artikelautor

      Aloha, vielen Dank für deinen Kommentar. Instagram ist auch so eine Plattform. Klar freut man sich über Follower. Noch schöner wäre es aber, wenn sie auch mal das eine oder andere Bild liken würden. Bei Instagram heißt es also nur sammeln und horten. Instagram und die eigene Website haben kaum noch Verbindung zueinander. Ich wünsche dir einen schönen Nachmittag. Ganz liebe Grüße, Sabrina

      Antworten

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