Camilla Grebe, Åsa Träff: “Durch Feuer und Wasser”

Camilla Grebe, Åsa Träff: “Durch Feuer und Wasser” wurde mir kostenlos von Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Ein Netz aus Wut, Zorn und Verrat

Camilla Grebe, Åsa Träff: “Durch Feuer und Wasser”

Titel: “Durch Feuer und Wasser”
Autor: Camilla Grebe, Åsa Träff
Verlag: btb (erschienen: 14. Januar 2019)
Klappenbroschur: 480 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-442-71724-8
Preis: 10,00 €
Bestellbar: hier

Klappentext: Zwei Geschwister verschwinden kurz nacheinander von ihren Pflegeeltern. Wenig später taucht ein Bild von den beiden im Internet auf, zusammen mit einer fremden Frau. Als diese einige Tage später tot aufgefunden wird, muss das Ermittlerteam schnell handeln. Was ist mit der Frau passiert? Und warum ist sie auf einem Bild mit den zwei vermissten Kindern zu sehen? Was hatte sie mit ihnen zu tun? Psychotherapeutin Siri Bergman und ihrem Team bei der Stockholmer Polizei bleibt nicht viel Zeit, um dem mysteriösen Fall auf den Grund zu gehen und den Täter zu finden.

Autorinnen: Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern, aufgewachsen in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. »Durch Feuer und Wasser« ist der mittlerweile fünfte Teil ihrer erfolgreichen Reihe um die Stockholmer Psychotherapeutin Siri Bergman. Camilla Grebe lebt mit ihrer Familie in Stockholm. Sie hat den Hörbuchverlag “StorySide” gegründet. Åsa Träff ist Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie im Süden Schwedens.

Ich habe gelesen: “Durch Feuer und Wasser” ist das 5. Buch, in dem die Psychotherapeutin Siri Bergmann ermittelt. Scheinbar sind die Geschichten ineinander abgeschlossen, zumindest gab es in meinem gelesenen Teil keine offenen Fragen zum Vorgänger. Die Autorinnen setzten auf mehrere Handlungsstränge und das Buch startete sehr rasant.

Anfangs wird der Leser in die 80iger Jahre entführt. Ein Junge verlebt eine glückliche Kindheit in Schweden. Er liebt seine Eltern und auch seine kleine Schwester sehr. So möchte er ihnen am Luziatag eine Freude bereiten, indem er das Frühstück vorbereitet. Er drapiert alles sehr schön, legt kleine Überraschungen dazu, die er von seinem Taschengeld gekauft hat, sogar an Servietten denkt er und auch die Kerzen zündet er an. Als er den Postboten auf das Haus zukommen sieht, rennt er rasch nach draußen, um die Zeitung entgegen zu nehmen und dann fällt die Tür zu. Das Haus brennt nieder und der kleine Junge verliert seine Familie in dem Brand.

In der Gegenwart verschwinden zwei Kinder kurz nacheinander. Es handelt sich hierbei um Geschwister, die in verschiedenen Pflegefamilien untergebracht waren. Da nur die leibliche Familie und das Sozialamt Einsicht in die Akten über die Unterbringung hatten, kam man schnell zu dem Entschluss, dass nur die Mutter hinter der Entführung stecken kann.

Die Psychotherapeutin Siri Bergmann kann ihrer besten Freundin noch nicht so richtig verzeihen, dass diese sie damals mit ihrem Mann hintergangen hat. Das ist absolut nachvollziehbar, einfach ein No-Go unter besten Freundinnen. Das war dann auch der Teil, wo ich durcheinander geriet. Ich kam bei der ganzen Geschichte um die Beziehungsprobleme sehr durcheinander. Hat Aina nun Siri mit Stefan hintergangen und wer bitteschön ist Markus? Irgendwie schaffte ich es dann doch, die Zusammenhänge zu bilden. Stefan hat Siri mit Aina betrogen. Seitdem sind Aina und Siri keine besten Freundinnen mehr. Stefan ist aber im Laufe der Zeit verstorben und Siri ist mit Markus liiert, mit dem sie nun in einer Paartherapie sitzt, weil sie ihn betrogen hat. Dieses ganze Beziehungsdrama wird so sehr fokussiert, dass es automatisch in den Vordergrund rückt. Doch hat es einfach gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun.

Die anfangs aufgebaute Spannung konnte sich leider nicht durch das gesamte Buch halten. Gerade diese private Krise von Siri fügt sich nicht in die Geschichte ein. Teilweise las sich das Buch so, als hätten die Autorinnen jede für sich etwas geschrieben und am Ende wurde es einfach zusammen geschmissen. Die laufenden Ermittlungen zu der Entführung sind hingegen sehr interessant. Die Gedanken führen immer wieder zur leiblichen Mutter der Kinder. Oder war es vielleicht sogar die Oma? Wahrhaftig hatte ich bis zum Ende keinen blassen Schimmer, wer die Kinder entführt haben könnte und auch auf das Warum bekam ich erst zum guten Schluss die passende Antwort.

Zwischendrin führt die Handlung auch immer wieder zu dem kleinen Jungen, dessen Familie bei dem Brand ums Leben kam. Die Jahre danach waren für ihn nicht unbedingt schön. Er kam in eine Pflegefamilie, wo er schikaniert wurde. Zudem musste er sich um Haus, Hof und Tiere kümmern und das alles neben der Schule. Sein Lehrer bekommt davon Wind, so dass der kleine Junge einer anderen Pflegefamilie zugewiesen wird. Dort missbraucht ihn der ältere Sohn der Pflegeeltern.

Ich fand es absolut spannend, den Jungen und seine Geschichte weiter zu verfolgen. Wahrscheinlich ist es diesem Aspekt zuzuschreiben, dass mich das Buch letztendlich doch noch packen konnte. Was ist später aus dem Jungen geworden? Und was hat das Drama aus den 80iger Jahren mit der Entführung in der Gegenwart zu tun?

Fazit: “Durch Feuer und Wasser” fesselte mich anfangs, aber ließ dann leider etwas nach. Eventuell hätte man einige Details aus dem Privatleben von der Protagonistin Siri weglassen können. Der Schreibstil ist ansonsten flüssig und bremste mich nur aus, als zu viele Namen in den Raum geworfen wurden. Das “wer mit wem und weshalb” war mir zu wirr und für die eigentliche Story irrelevant. Ein sich aufbauender Nervenkitzel holte mich jedoch zurück ins Buch. Bei einem Thriller als Genre würde ich noch mitgehen, aber als Psychothriller ist es mir zu passiv.

2 Gedanken zu „Camilla Grebe, Åsa Träff: “Durch Feuer und Wasser”

  1. Beauty-Focus-Eifel

    Hallo Sabrina,
    “Durch Feuer und Wasser” hörte sich ja anfangs richtig gut an.
    Schade, dass dieser Beziehungskram so in den Vordergrund gerückt ist.
    Aber spannend war es ja dann trotzdem.
    Herzliche Grüße,
    Annette

    Antworten
    1. BeautyPeaches Artikelautor

      Liebe Annette,

      ich mag es ja, wenn ein Buch so wie auch “Durch Feuer und Wasser” spannend startet. So werde ich gleich anfangs an das Buch gefesselt und mag es nicht mehr aus der Hand legen. Leider zog sich das hier eben nicht durch die komplette Story.

      Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit. Der Sommer soll ja nun erstmal wieder einkehren.

      Liebste Grüße,
      Sabrina

      Antworten

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