Abschied

Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.

Die südafrikanischen Kollegen meines Mannes habe ich nicht wirklich kennengelernt, dennoch stimmte mich der Abschied sentimental, als wir sie vorhin am Bahnhof verabschiedeten. Ich glaube, das lag an der Atmosphäre. Allgemein ist ein Abschied nicht schön, doch letztens war ich richtig froh, als ich mich endlich verabschieden konnte. Lass gehen, was dir nicht gut tut – so auch mein Gedanke!

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Vor ein paar Jahren verabschiedeten wir uns von Bad Frankenhausen und somit auch von einigen Menschen, mit denen wir 4 Jahre lang einige schöne Momente hatten. Mein Mann war dort bei der Bundeswehr und in unserer Umgebung wohnten hauptsächlich Soldaten und deren Familien. Wir Damen gestalteten unsere Tage dort sehr angenehm. Gerade im Erziehungsurlaub konnte ich es richtig genießen. Nach 4 Jahren packten wir unsere Sachen und zogen in die Nähe meiner Heimat – ein Abschied für immer, sowohl was die Gegend betrifft, als auch die Menschen, die wir dort kennenlernten.

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Im Grunde störte es mich nicht, da es “nur” Bekannte waren. Ich unterscheide schon sehr zwischen Freunde und Bekannte. Doch in unserer neuen Umgebung war alles so anonym, jeder war mit sich selbst beschäftigt und keiner hatte das Bedürfnis, Kontakte zu knüpfen. Bei meiner Therapeutin zog ich mal folgenden Vergleich: Bad Frankenhausen war wie Klein-Italien, denn jeder nahm sich die Zeit für die Mitmenschen und es war immer ein warmes Miteinander. Und unsere neue Wahlheimat ist typisch deutsch – kühl, schroff, desinteressiert. Meine Therapeutin schmunzelte über den Vergleich, verstand aber, was ich damit meinte.

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Abgesehen davon, dass uns die Gegend im Kyffhäuserkreis nicht so ansprach, hatten wir dort einige schöne Zeiten. Schon damals war Freitag einer der schönsten Tage der Woche, denn eine Freundin – Ja, Freundin – besuchte mich vormittags und wir hatten viel Zeit zum Plaudern. Auch sie lernte ich kennen, weil sie die Erfahrung einer “Soldatenfrau” mit mir teilte, doch trafen wir bereits vor unseres 4 jährigen Aufenthalts im Kyffhäuserkreis aufeinander. Nach unserem Wegzug sollte es sich aber ändern. Jeder mit sich selbst und seinem weiteren Leben beschäftigt, verlor sich der Kontakt zunehmend, was mich damals traurig stimmte.

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Soziale Netzwerke machen es möglich und man “trifft” auf solche Menschen, die einem wirklich wichtig waren. Heute Vormittag schwelgten wir kurzzeitig in alten Zeiten, zum Beispiel wie wir vor 14 Jahren für einen Clubbesuch über den Zaun geklettert sind und dabei erwischt wurden. Sogar aus einer von mir geschenkten Freundin-Tasse genießt sie noch ihre warmen Getränke. Wer mich kennt, weiß wie emotional ich in solchen Situationen reagiere. Nie werde ich sie vergessen und vielleicht klappt es ja bald mal mit einem Wiedersehen. Ich würde mich auf jeden Fall freuen. Seit einiger Zeit erfahre ich aber auch im Wartburgkreis Ähnliches. Selten lasse ich jemanden so richtig in mein Herz, doch einige Menschen haben es geschafft.

Echte Freundschaft ist eben doch von Dauer!

2 Gedanken zu „Abschied

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