Rimini

Noch vor 2 Jahren schrieb ich, dass ich vorerst nicht mehr so schnell nach Italien reisen werde, da ich auch mal andere Länder erkunden wollte. Nun weiß ich gar nicht mehr, wie ich auf die Idee kam, dass mein Urlaub in diesem Jahr doch in Italien stattfinden wird. Allerdings wollte ich nun auch mal die andere Seite des „stiefelförmigen“ Landes kennen lernen. Rimini klingt doch da ganz toll!

Fünf Stunden später als geplant kam ich also am letzten Samstag in Rimini an. Die Zeitverzögerung lag hauptsächlich am Stau auf der italienischen Autobahn. Doch kam ich auf der Reiseroute auch durch Trient und spontan hatte ich die Idee, meine vor einem Monat abgereiste Gasttochter zu besuchen. Am späten Nachmittag also in Rimini angekommen, war ich absolut müde und freute mich nur noch auf mein Bett.

Abgesehen von einem Ausflug nach San Marino war weiter nichts geplant. Der Strand und das Meer sollten während meines 7 tägigen Aufenthalts mein Wohnzimmer sein, doch schon bei meiner Ankunft wusste ich, dass Rimini nicht MEIN Ort ist. Lloret de Mar kam mir zuerst in Sinn. Dort war ich vor 19 Jahren das erste und auch letzte Mal. Hotel an Hotel, Liege an Liege – Tourismus pur. Zudem durfte ich für alles extra bezahlen. Parkplatzgebühren könnten sehr wohl im Hotelpreis inbegriffen sein. Und wenn ich schon Kurtaxe bezahle, könnten dann nicht wenigstens die Liegen am hoteleigenen Strand gratis sein? Der Strand war toll, vor allem sehr sauber. Da bezahle ich gerne einen kleinen Aufpreis in Form einer Kurtaxe, aber 5,- € pro Tag für eine Liege finde ich nicht in Ordnung.

Dennoch habe ich meine Zeit sehr gerne an dem feinen Sandstrand verbracht. Leider sendet mir mein Körper in letzter Zeit regelmäßig Warnhinweise und ich bin oft sehr erschöpft. So kam ich auch nicht viel zum Lesen, sondern fiel öfters in den Schlaf.

Für einen Urlaub hatte ich Halbpension gebucht. Mein Hotelzimmer war sehr sauber und bot mir ausreichend Platz. Nur der Schrank hätte mir mit Ablagefächer mehr gebracht. So lebte ich die ganze Zeit aus Koffern. Das Frühstück war ok, doch leider etwas einseitig. Dafür war das Abendessen lecker. Beim Salat brachte man zumindest ein wenig Abwechslung rein. Die Vorspeise bestand zum größten Teil aus Pastagerichten, die mir sehr gut geschmeckt haben. Die Hauptmahlzeit war dafür so gar nicht italienisch. Hier hat an sich voll und ganz auf den Tourismus eingestellt und ich fand weniger Gefallen daran. Dafür ließ ich keinen Nachtisch aus und da hätte ich meistens die doppelte Portion verdrücken können. Etwas befremdlich fand ich jedoch, dass man die Auswahl des gewünschten Menüs am Vorabend treffen musste. Das kannte ich bisher von keinem Urlaub. Zudem hatte ich oft das Gefühl, dass das Personal Stammgäste bevorzugt behandelt.

Das Abendprogramm in Rimini ist sehr umfangreich. Nicht nur die Hotels bieten ihren Gästen gelegentliche Musikabende, sondern darf man sich auch gerne den nächtlichen Clubbesuchen hingeben. Einmal pro Woche werden Stände aufgebaut und das Markttreiben geht bis in die Nacht. Allgemein ist es in Rimini bis tief in die Nacht sehr laut – Tourismus pur.

Der tagsüber sehr lebhafte und laute Strand ist abends angenehm ruhig und teilweise beleuchtet. So kommt man nicht nur zu persönlichen Aufnahmen, sondern kann beim Meeresrauschen nochmal schön entspannen. Nur sehr wenige Urlauber besuchen jedoch abends den Strand. Zumindest war es während meines Aufenthalts in Rimini so.

Was kann man sonst noch von Rimini erwarten? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Es gibt ein Riesenrad und eine Wasserwelt. So eine Art Waterworld kenne ich aber auch schon von Spanien – ein Park mit vielen Wasserrutschen.

Im Hotel lernte ich eine ältere Frau aus Belgien kennen. Sie verbringt ihren Urlaub bereits seit 40 Jahren in Rimini. Für mich persönlich ist es nicht ganz nachvollziehbar, aber vielleicht ist ihr Rimini das, was für mich meine Toskana ist. Ich lernte ein ganz anderes Italien kennen, was so gar nichts mit MEINEM Italien zu tun hat. Rimini ist eben nicht Viareggio.

5 Gedanken zu „Rimini

  1. Dajana

    Hört sich ja wirklich nach Tourismus pur an …
    Abendessen vorauswählen , wie bei einer Reisegruppe . Ok , Rimini werde ich dann mal meiden , im Falle ich hier irgendwann mal rauskommen sollte …
    liebe grüße dajana

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    1. BeautyPeaches Artikelautor

      Huhu, das beruht nur auf meine persönliche Meinung 😉 Gibt welche, die fahren da seit Jahren hin. Nun bin ich am Gardasee und auf Anhieb glücklich mit dieser Wahl. Liebe Grüße, Sabrina

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  2. Silvia

    Rimini in der Hochsaison gefällt mir auch nicht. Aber ich liebe eben auch eher das typisch italienische Leben und das findet man dort nicht. Caorle an der Adria ist da schon eher in die Richtig obwohl es auch Tourismisch ist. Aber es gibt eine wunderschöne Altstadt, die sich ihren Charme und Flair bewahrt hat. Und das beste Eis ever! Ein schöner Beitrag von dir! Liebe Grüße und ich liebe Italien ebenfalls ♥️

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    1. BeautyPeaches Artikelautor

      Dankeschön 🙂 Am Gardasee habe ich ein Pärchen getroffen, die haben auch gesagt, dass es durchaus schöne Fleckchen an der Adria gibt. Das glaube ich auch sehr gerne, aber ich muss nicht unbedingt noch einmal in diese Richtung. Eher würde es mich mal nach Sizilien verschlagen. Dort muss es auch traumhaft sein. Ein wenig wehmütig war ich und mein Mann meinte: „Irgendwann wirst du auch wieder in deine Toskana kommen.“ Ich wünsche dir eine schöne Restwoche. Liebe Grüße, Sabrina.

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