Oft fehlt die Zeit

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann. -Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach-

Heute verließ ich sehr zeitig unseren Freistaat Thüringen und begab mich mit dem Zug in unser benachbartes Bundesland Hessen. Vor 17 Jahren habe ich auch mal in Hessen gewohnt, allerdings nur gute anderthalb Jahre. Damals zog es mich berufsbedingt in die bevölkerungsreichste Stadt von Hessen – nach Frankfurt.

Seit etlichen Jahren ist Hessen die Wahlheimat meiner Schulfreundin. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Fulda. Klar sind 1 1/2 Stunden Fahrt nicht extrem weit, aber jeder der einen Job und Familie hat, weiß auch wie viel Zeit man sich für solche Treffen nimmt. Wer mir auf Instagram folgt, konnte zur Kenntnis nehmen, dass ich mir heute endlich die Zeit dafür genommen habe. Bereits vor 08.00 Uhr stolzierte ich also durch unseren noch unbelebten Fürstenbahnhof in Eisenach bis zum letzten Bahnsteig, wo der Zug schon bereit stand.

Als Treffpunkt wählten wir Bad Hersfeld, so musste jeder eine kleine Strecke auf sich nehmen. Meine Freundin hatte ich jetzt circa ein halbes Jahr nicht gesehen, deswegen war die Wiedersehensfreude auch recht groß und der fehlende Sonnenschein konnte unsere Laune nicht trüben.

Erst einmal einen Cappuccino schlürfen und ein Gläschen Sekt gönnten wir uns ebenfalls – da ich nicht so gerne telefoniere und ich auch beim Schreiben oft kurz angebunden bin, hatten wir uns viel zu erzählen und die Schlatter hielt auch nicht inne, als wir durch die City bummelten.

Die Innenstadt von Bad Hersfeld spricht mich überhaupt nicht an. Als ich im letzten Jahr in Bad Wörishofen ankam, war ich gleich geflasht vom sauberen, gepflegten Ambiente dieser Stadt. Bad Hersfeld hingegen ist zwar auch eine Kurstadt, aber spiegelt sich das im Erscheinungsbild kein bisschen wieder.

Ich bin mir aber sicher, dass es auch in Bad Hersfeld schöne Ecken gibt und ein schönes Fleckchen fanden wir sogar Zentrums-nah und verweilten eine Weile bei der Stiftruine.

Laut Wikipedia ist die Stiftsruine in Bad Hersfeld die Ruine der Stiftskirche der ehemaligen Abtei Hersfeld in Bad Hersfeld. Sie gilt als eine der größten romanischen Basiliken nördlich der Alpen und ist heute die größte romanische Kirchenruine der Welt. Die Stiftskirche und die meisten Klostergebäude wurden 1761 im Siebenjährigen Krieg zerstört.

Ich mag solche Bauwerke, das habe ich auch bestimmt schon öfters erwähnt. Nun fehlte aber doch die Sonne, um noch länger im angrenzenden Park zu verweilen, aber auch ein Hungergefühl drängte uns zum Weitergehen.

Ich liebe die italienischen Mahlzeiten und so ließen wir uns gerne im Michelangelo nieder. Die Räumlichkeit wirkte überschaubar und gemütlich. Die Bedienung schien freundlich und das Essen schmeckte sehr lecker. Ich war also mit meiner Wahl des Lokals sehr zufrieden. Perfetto!

Noch ein Gläschen Sekt und dann nahte auch schon der Abschied. Sehr müde erreichte ich am späten Nachmittag mein Zuhause. Dafür hatte ich aber einen schönen Tag. Man müsste sich viel mehr sehen – so die Aussagen beiderseits, aber die Zeit – ja, die Zeit lässt es nicht viel mehr zu.

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