Joy Fielding: “Die Schwester”

Ein kleines Mädchen verschwindet. Ihre Mutter und ihre Schwester bleiben zurück. Und werden Jahre später mit einer Wahrheit konfrontiert, die sie ins Herz der Finsternis führt …

Joy Fielding: “Die Schwester”

Die Schwester

Titel: „Die Schwester“
Autor: Joy Fielding
Verlag: Goldmann (erschienen: 11.07.2016)
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-442-31272-6
Preis: 19,99 € €
Bestellbar: hier

Klappentext: Caroline Shipley ist voller Vorfreude, denn ihr Mann Hunter hat sie zur Feier ihres Hochzeitstages in ein Luxushotel in Mexiko eingeladen. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Töchtern reisen sie an und beziehen ihre komfortable Suite. Doch was als paradiesischer Aufenthalt geplant war, wandelt sich zum tiefen Trauma in Carolines Leben, von dem sie sich nie erholen wird – denn eines Abends wird die zweijährige Samantha aus der Suite entführt und bleibt für immer verschwunden. Caroline zerbricht beinahe an dem Verlust und muss sich auch noch den Verdächtigungen der Presse stellen, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Die Jahre vergehen, und irgendwann gibt Caroline selbst den letzten Funken Hoffnung auf, dass Samantha doch noch am Leben ist. Bis sie eines Tages den Anruf einer mysteriösen jungen Frau erhält, die behauptet, ihre verlorene Tochter zu sein – und damit einen Strudel von Ereignissen auslöst, der Caroline die schockierende Wahrheit darüber offenbart, was wirklich geschah in jener heißen Sommernacht in Mexiko …

Autorin: Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller „Lauf, Jane, lauf“ waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.

Ich habe gelesen: … und tat mich gut darin, vor Abflug noch ein zweites Buch zu kaufen, denn mit “Die Schwester” war ich bereits nach zwei Tagen am Ende angelangt. Joy Fielding hat es erneut geschafft, mich an eines ihrer Werke zu fesseln. Die Erzählung selbst weist einige Parallelen zu dem Fall Madeleine Beth McCann auf (Am Abend des 3. Mai 2007 aßen die Eltern mit drei befreundeten Paaren und einer begleitenden Mutter in einem Restaurant in ihrer Ferienanlage. Die vier Paare hatten die Reise zusammen organisiert und hatten alle junge Kinder, die in den von den Familien genutzten Ferienwohnungen schliefen. Nach den Aussagen der Paare sah je ein Elternteil abwechselnd jede halbe Stunde nach den Kindern. Das vierte Paar beteiligte sich nicht daran, weil es ein Babyphone verwendete, um etwaige Geräusche von ihren Kindern wahrzunehmen. Die Kinder der McCanns und eines weiteren der Paare befanden sich in benachbarten Wohnungen in einem Eckgebäude der Anlage rund 50 Meter vom Restaurant entfernt. Um 22:00 Uhr habe Kate McCann das Verschwinden von Madeleine bemerkt. Ein Fenster des Appartements sei, obwohl es vorher geschlossen war, nun unverschlossen gewesen. Mit diesen Angaben informierten sie die portugiesische Polizei. Quelle: Wikipedia). Auch in dem Buch “vergnügen” sich 4 befreundete Paare abends beim Essen, während die beiden Mädchen von Caroline und Hunter Shipley im Zimmer schlafen. Die Eltern schauen halbstündig abwechselnd nach dem Rechten. Später erfährt der Leser, dass der Entführer länger als eine Stunde Zeit hatte, seine Vorhaben durch zu ziehen. Das Warum möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. 15 Jahre wird die Tochter nun vermisst und in der Zeit ist einiges passiert. Die Mutter musste Vorwürfe über sich ergehen lassen, dass sie das Kind vernachlässigt hat, oder vielleicht gar selbst mit dem Verschwinden zu tun hat. Nicht nur sie selbst zerbricht daran, sondern auch die Ehe der Shipleys findet ein Ende. Unfassbar finde ich, dass die Vorwürfe nur der Mutter gelten, während Hunter sehr wehleidig wirkt. Doch ist es letztendlich er, der eine neue Familie gründet – er, der schnell wieder ins Leben zurück findet. Klar geht das Leben weiter, es muss weitergehen, aber nachdem ich das Buch komplett durch hatte, wirkte gerade das Leben des Vaters nach meinem persönlichen Empfinden verkehrt. Die Geschichte schwingt zwischen den vergangenen 15 Jahren und der Gegenwart, was durch die jeweiligen Überschriften gekennzeichnet wurde. Der Schreibstil von Joy Fielding trägt zum guten Lesefluss bei und der Leser findet trotz der Zeitsprünge gut in diese Story. In der Gegenwart spielt eine Anruferin eine wichtige Rolle, denn diese behauptet, die entführte Samantha zu sein, was ein DNA-Test beweisen soll. Doch was, wenn es sich bei dem 17 jährigen Mädchen wirklich um die vermisste Tochter handelt? Ihre ältere Schwester Michelle möchte daran gar nicht glauben und abgesehen davon, dass sie damals eifersüchtig auf ihre kleinere Schwester war, fällt Michelle später ein wichtiges Detail von jenem Abend wieder ein. Die Auflösung ist absolut unglaublich, einfach unfassbar und ich brauchte einige Zeit, um das zu verarbeiten.

Fazit: “Die Schwester” von Joy Fielding ist emotional sehr aufwühlend, sehr ergreifend und ich bin nun sehr gespannt auf weitere Werke dieser Autorin.

4 Gedanken zu „Joy Fielding: “Die Schwester”

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