Eric Stehfest & Michael J. Stephan: “9 Tage wach”

“Es ist vorbei. Du hast dich mit einer Substanz angelegt, die als erstes die Täuschung hervorruft, nie wieder ohne sie leben zu können. Du hast ihr Kosenamen gegeben, sie für deine Schwester gehalten, die niemals existierte. Weißt du alles schon. Sie hat nicht nur dich ruiniert, sondern schon Millionen andere vor die.” (Aus dem Abschiedsbrief, den Eric an sich selbst schrieb)

Eric Stehfest & Michael J. Stephan: “9 Tage wach”

Titel: „9 Tage wach“
Autor: Eric Stehfest & Michael J. Stephan
Verlag: Edel Books (erschienen: 30. März 2017)
Klappenbroschur: 288 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8419-0518-5
Preis: 17,95 € €
Bestellbar: hier

Klappentext: Wenn die Droge zu deiner Schwester wird, wenn du schon einen Abschiedsbrief an dich selbst verfasst hast, dann bist du am Ende.
Eric Stehfest hat es erlebt, zehn Jahre war Christin seine “Schwester”, seine ständige Begleiterin – Crystal Meth. Mit ihr fiel er unglaublich tief und hat sich dennoch gerettet. Nun berichtet er schonungslos, direkt, unverstellt und berauschend literarisch von seinem Doppelleben, seinem Entzug und dem Leben danach.

Autor: Eric Stehfest gehört zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, er ist Hauptdarsteller in »Gute Zeiten, Schlechte Zeiten« und brillierte in der Tanzshow »Let’s dance«. Was nur wenige wissen: In seiner Jugend war er jahrelang von der Partydroge Crystal Meth abhängig. Erst über eine einjährige Entziehungskur – Auslöser war ein neun Tage langer Rausch, den er fast nicht überlebte – schaffte er den Absprung. Heute ist er clean und hat sich zur Aufgabe gemacht, über die Gefahren dieser Modedroge aufzuklären. In »9 Tage wach« berichtet Eric Stehfest schonungslos über seine Zeit in der Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und ein jahrelanges Doppelleben.

Ich habe gelesen: Eric Stehfest fand ich bereits in der RTL-Soap “Unter Uns” sympathisch. Dort spielte er knapp 4 Monate den homosexuellen Yannick Benhöfer. Kaum auf der Leinwand zu sehen, war er auch schon wieder weg und vielleicht war es so nichtig, dass sein Auftritt in dieser Fernsehserie in seiner Autobiografie unerwähnt blieb. Auch die Rolle als Chris Lehmann in Gute Zeiten, Schlechte Zeiten spielt Eric sehr gut und vor allem authentisch. Und wenn man dieses Buch gelesen hat, könnte man annehmen, dass sein Serien-Charakter ihm selbst teilweise angepasst wurde. Ich bin kein eingefleischter Fan der Serie GZSZ. Nur gelegentlich schaue ich mir die eine oder andere Folge an. Diese Sendung wird immer irrealer, doch kenne ich durchaus auch einige Dauergucker. Eine Kollegin erzählt die Folgen immer so ausführlich, dass es bei ihr wie aus dem wahren Leben klingt.

Ich bin mir so ziemlich sicher, dass die richtigen Fans dieser Fernsehserie sehr begeistert von dem Buch sein werden. Doch ist das eher der Befangenheit zuzuschreiben. Ich hatte leider etwas Mühe, mich durch das Buch zu lesen. Mir fehlte hierbei der flüssige Schreibstil. Das Buch wurde sehr wirr verfasst und die Zeitsprünge sind zu groß. Teilweise konnte ich dem Geschehen nicht mehr so richtig folgen. Zudem fragte ich mich während des Lesens, warum über ihn in der 3. Person geschrieben wurde.

Das Buch switscht zwischen seinem Leben mit Drogen und dem Gerichtsprozess hin und her. Nach der Verhandlung und der Urteilsverkündung gehen wir nochmal zurück bis zur Geburt. So erfährt der Leser, dass Eric als Mädchen den Namen Christin bekommen hätte. Crystal Meth = Droge = seine imaginäre Schwester Christin. Wie treffend.

Anfangs hat der Leser das Gefühl, dass die Mutter von Eric seinen Lebenswandel duldet. Aber warum? Weil die Ahnen in den Kriegszeiten schon Methamphetamin konsumierten? Ist Vorbelastung eine Entschuldigung oder eine Ausrede? Was Eric möchte, bekommt Eric. Auch sein Wunsch Schauspieler zu werden, besteht schon in frühster Kindheit. Dann stellt sich mir die Frage, warum er so abdriftet. Erst als er durch seinen Drogenkonsum “9 Tage wach” ist, wird er wach und lässt sich von seiner Mutter in die entsprechende Anstalt für einen Entzug fahren. Er entscheidet sich für einen kalten Entzug, schafft es und erleidet später einen Rückfall. Bleibt ihm und seiner kleinen Familie zu wünschen, dass er es nun wirklich geschafft hat, clean zu bleiben. Ich selbst kam mit Crystal Meth nie in Berührung und hoffe, dass auch meine Kinder dieser Droge fern bleiben.

What’s the Message? Ja, was möchte der Autor dem Leser mit diesem Buch eigentlich sagen? Wie es ist, ein “Druffi” zu sein? Eric Stehfest beschreibt in seiner Autobiografie detailliert, wie er die Rauschmittel konsumierte, wie es ihm währenddessen erging und wie sich diese berauschende Zeit körperlich auf ihn auswirkte. Dass er seinen Plan Schauspieler zu werden, dabei nie aus den Augen verloren hat, ist fast bewundernswert.

Fazit: Der Moment, als Eric von seiner Mutter zum Entzug gefahren wird, brachte auch bei mir einige Emotionen hervor. Ansonsten fand ich die Autobiografie eher oberflächlich, wahrscheinlich auch dem verwirrenden Schreibstil geschuldet.

2 Gedanken zu „Eric Stehfest & Michael J. Stephan: “9 Tage wach”

  1. Femi

    Sonnige Grüße meine Liebe,

    ah der Chris von GZSZ 🙂 Ich finde seine Rolle dort ganz gut aber sein Buh jetzt lesen? Oh nein ich finde es ja bewundernswert solch eine Geschichte öffentlich zu mache aber müssen alle Promis immer gleich Bücher schreiben ect…… Ach Liebes hier brennt die Sonne und im Wintergarten sind knapp 40 Grad! Ich wünsche Dir einen schönen Start in die neue Woche. :* Deine Femi

    Antworten
    1. BeautyPeaches Artikelautor

      Hallo Liebes, sonnige Grüße zurück. Ja, das stimmt. Irgendwie scheint jeder Promi sein Leben nochmal in schriftlicher Form zur Schau tragen zu wollen. Allerdings muss man beim Eric sagen, dass er sonst der Öffentlichkeit eigentlich ziemlich fern bleibt. Hier steht auch die Luft und wieder einmal warte ich auf eine kleine Abkühlung. Ich wünsche dir ebenfalls einen tollen Wochenstart. ♥liche Grüße, deine Sabrina

      Antworten

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