Nina Darnton: “Todesstiche”

Sie ist ein unschuldiger Engel. Sie ist eine eiskalte Mörderin.

Nina Darnton: “Todesstiche”

Todesstiche

Titel: „Todesstiche“
Autor: Nina Darnton
Verlag: Goldmann (erschienen: 21.12.2015)
Taschenbuch: 288 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-442-48367-9
Preis: 8,99 € €
Bestellbar: hier

Klappentext: Der Anruf kommt mitten in der Nacht und bringt die heile Welt von Jennifer Lewis zum Einsturz. Ihre Tochter Emma, die sich als Austauschstudentin in Sevilla aufhält, sitzt in Untersuchungshaft, nachdem ein junger Mann in ihrer Wohnung brutal erstochen wurde. Emma erklärt, mit dem Mord nichts zu tun zu haben, und Jennifer reist sofort nach Spanien, um ihrer Tochter beizustehen. Doch je mehr sie dort über das Leben erfährt, das Emma führte, desto schmerzlicher wird ihr bewusst, wie wenig sie ihr eigenes Kind kennt. Belagert von der Presse und gefangen zwischen Hoffnung und Verzweiflung setzt Jennifer alles daran, Emma aus dem Gefängnis zu holen. Unterdessen wachsen die Zweifel an deren Version der Ereignisse …

Autorin: Nina Darnton hat lange Jahre als Journalistin gearbeitet, unter anderem für die New York Times, die New York Post, Newsweek und National Public Radio. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Journalisten John Darnton, verbrachte sie viele Jahre im Ausland – Nigeria, Kenia, Polen, Spanien und Großbritannien – und nutzt diese Erfahrungen heute für ihre Romane. Nina Darnton lebt in New York.

Ich habe gelesen: …und finde den Klappentext spannender, als letztendlich das Buch. Die Protagonistin ist in diesem Fall die Mutter der angeklagten Emma, so passt der Originaltitel “The Perfect Mother” einfach besser als “Todesstiche”. Die perfekte Mutter Jennifer Lewis hat ihre Karriere für die Familie geopfert und lebt in ihrer perfekten Welt. Eine Uneinigkeit zwischen Jennifer und ihrem Mann in Sachen Kindererziehung zeigt sich schnell und immer wieder wird von Jennifer ihrer Seite beschrieben, dass sie die Familie managt und sie froh ist, das ihr Mann Mark sich aus allem raus hält und ausschließlich für die finanzielle Unterhaltung zuständig ist. Fand ich Mark anfangs noch unsympathisch, weil ihm die Arbeit sehr viel wichtiger zu sein scheint, kann ich ihn am Ende doch recht gut verstehen. Seine Ratschläge kommen nicht wirklich gut bei Jennifer an, denn sie möchte sehr gerne weiterhin die Augen verschließen und nicht wahrhaben, dass Emma vielleicht doch gar nicht so unschuldig ist. Klar kann ich die Mutter hierbei auch gut verstehen, denn auch ich möchte immer an das Gute in meinen Kindern glauben und das nicht, um eine Scheinwelt zu bewahren. Von dem engagierten Privatdetektiv erfährt Jennifer Zuwendung und Verständnis und baut somit eine emotionale Bindung zu ihm auf. Auf den letzten Seiten des Buches zeigt sich sogar eine kleine Unterstützung seinerseits darin, ihren Glauben an Emmas Unschuld zu erhalten.

Die angeklagte Emma selbst wirkt oft recht kühl und reserviert. Ihrer Mutter gegenüber ist sie sehr trotzig und ihre Loyalität gegenüber ihrem Freund Paco ist für mich nicht verständlich. Immer wieder schwört sie, nichts mit dem Mord an einen Studenten zu tun zu haben und auch mit Paco hat sie sich angeblich an dem besagten Tag nicht getroffen. Das Opfer hat sie vorher noch nie gesehen und obwohl man Diesem nachsagt, wie anständig er war, behauptet Emma weiterhin felsenfest, dass er versuchte, sie zu vergewaltigen. Ihr zur Hilfe kam nach ihren Angaben ein Algerier, der den Studenten aus Notwehr erstochen hat. Doch von dem Algerier fehlt jegliche Spur. Außer der Mutter zweifelt jeder an Emmas Glaubhaftigkeit, zumal es eher nach einem Raubmord aussieht.

Einen ähnlichen Fall gab es tatsächlich: Amanda Marie Knox ist eine US-amerikanische Studentin, die als Angeklagte im Mordfall Meredith Kercher weltweit bekannt wurde. 2015 wurde sie in letzter Instanz freigesprochen. Meredith Kercher wurde im italienischen Perugia in ihrer Wohnung beraubt und getötet. Zusammen mit ihrem damaligen Freund, Raffaele Sollecito, wurde Knox des Mordes angeklagt. (Quelle: Wikipedia) Ich frage mich, ob dieser Fall die Autorin Nina Darnton zu dieser Story inspirierte.

Fazit: Das Buch konnte mich nicht so richtig fesseln, nur die Neugier auf den Ausgang dieser Story motivierte mich zum Weiterlesen. Zum Schluss klärt sich alles auf und obwohl keine Fragen offen bleiben, hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mehr auf die Ursache eines wichtigen Fotos eingegangen wäre. Nur die Parallelen zwischen Emma und Amanda treibt die Spannung etwas hoch.

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